Terassen und Baugenehmigungen

Als Ergänzung zu meinem Wintergartenbeitrag möchte ich in diesem Artikel mal auf die Baugenehmigungen bei Terassen eingehen.
Die Bauämter unterscheiden beim Thema Baugenehmigunng für eine Terasse zwischen verschiedenen Typen. Terassen wie unter www.unsere-terrasse.de geschildert, können sehr unterschiedlich aussehen. Das Bauamt kategorisiert diese in
Bauliche Nebenanlage
Unterkellerte Terrasse
Überdachte Terrasse als bauliche Anlage
und Dachterrasse.

Grundsätzlich ist bei dem Bauvorhaben immer ein Abstand zum Nachbarsgrundstück von 2,50 m zu beachten. Ist der Abstand geringer benötigt man eine schriftliche Genehmigung vom Nachbarn für das Vorhaben. Die Genehmigung ist auch dann notwendig, wenn das Grundstück des Nachbarn noch nicht bebaut ist.

Bauliche Nebenanlage
Falls es sich um eine bauliche Nebenanlage handelt (Aufschüttung, kein Gebäude, ohne Keller und Dach), dann sind die Regelungen je Bundesland recht unterschiedlich. In Rheinland-Pfalz beispielsweise ist keine Baugenehmigung erforderlich, sobald die Grundfläche von 300 m² nicht überschritten wird.

Unterkellerte Terrasse
Handelt es sich um eine unterkellerte Terrasse, so müssen die Bauvorschriften in vollem Umfang beachtet werden und eine Baugenehmigung eingeholt werden.

Überdachte Terrasse als bauliche Anlage
Bei überdachte Terrassen als bauliche Anlage gilt ähnliches wie bei baulichen Nebenanlagen. Hier gibt es meist bestimmte Grenzen, die vom Bauamt festgelegt werden (Flächenmaße oder Volumenmaße). Werden diese Grenzen überschritten, ist eine Baugenehmigung zwingend erforderlich. Zu den genauen Maßen gibt das Bauamt vor Ort Auskunft.

Dachterrasse
Für die Herstellung und die Nutzung einer Dachterrasse sollte man in jedem Fall eine Baugenehmigung einholen, da diese wegen der optischen Wirkung nicht als „unbedeutende bauliche Anlage“ gilt. Die Hersteller einer Dachterasse können meinem bei diesem Thema meist beratend zur Seite stehen und alle nötigen Informationen einholen.

8 Antworten auf „Terassen und Baugenehmigungen“

  1. Danke für die Informationen. Plane demnächst eine Dachterrasse bauen zu lassen. Benötige noch weitere Infos, aber das ist ein guter Einstieg gewesen.

  2. Ich habe erst vor kurzem einen Balkon angebaut. Zum Glück war er weiter als 2,5 m vom Nachbarn entfernt. Aber ich hatte auch vorher mit dem Nachbarn gesprochen, weil ein Anbau auch immer einen Geräuschpegel mit sich bringt.

  3. Ich wusste bisher nicht das eine überdachte Terasse eine bauliche Maßnahme ist. Hoffentlich bemerkt das Bauamt das bei mir nicht.

  4. Ich kann kaum glauben, was alles genehmigt werden muss. Bei meinen Nachbarn steht ein Baumhaus und ich bin ziemlich sicher, dass das nicht angemeldet wurde. Bedeutet das etwa, dass die jetzt kriminelle sind?

    Ihr Beitrag war aber sehr informativ – ich musste nur irgendwie meinen Frust auslassen. Danke dafür!:)

  5. In RLP ist die Terrasse als bauliche Nebenanlage nicht genehmigungsbedürftig, wenn kleiner als 300m². Gilt dies auch wenn ein neues Gebäude errichtet wird? Bleibt diese Nebenanlage dann bei der Genehmigung unberücksichtigt? Muss also der Planer/Bauherr in den genehmigten Plänen keine Angaben machen wie er seine Terrasse bauen will?

  6. Für eine überdachte Terasse gelten in BW folgende Regeln.
    Wenn nicht mehr als 25 qm überdacht werden und diese im Baufenster des Grundstücks liegen, benötigt man keine Genehmigung.
    Für alles andere ist eine Baugenehmigung bzw ein Kenntnisnahmeverfahren der Stadt oder Gemeinde erforderlich.

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