Bau eines Wintergartens – Baugenehmigung vorher einholen

Um die Rechtslage in Deutschland zum Thema Baugenehmigung bei Wintergärten in ein helleres Licht zu führen, habe ich hier einige Fakten zusammengetragen.

Vor dem Bau eines Wintergartens, sollten die Pläne von der Baubehörde genehmigt werden. Soweit eine gewisse Nähe zum Nachbarsgrundstück besteht, sollte auch er sein Einverständnis geben, bevor mit dem Bau begonnen wird. In jedem Fall aber sollte ein Mindesabstand von 50 cm zur Grundstücksgrenze eingehalten werden. Es sei denn das Gebäude darf laut den planungsrechtlichen Vorschriften an der Grenze gebaut werden.

Vor dem Antrag das Gespräch mit dem Bauamt suchen
Die ersten Gespräche mit dem Bauamt sind kostenfrei, also sollte man sich in einem Vorgespräch über das Wesentliche zum Antrag auf Baugenehmigung informieren. In der Regel läuft das Ganze problemlos ab, soweit man die nötigen Unterlagen zur Konstruktion vorweisen kann. In jedem Fall sollte man bereits zum Gespräch einen Bauplan vom Wintergarten und die Pläne vom eigenen Haus mitbringen. Eine schriftliche Einverständniserklärung des Nachbarn ist ebenfalls sinnvoll. Der Wintergarten-Hersteller kann meist ebenfalls wichtige Unterlagen für das Gespräch beisteuern. Spricht im ersten Blick nichts gegen das Bauvorhaben erhält man nach dem Gespräch die Antragsunterlagen.

Unterlagen die zum Antrag gehören
Als Anlagen zu den Baugenehmigungsunterlagen gehören
– der Bauplan (vom Architekten oder Bauingenieur angefertigt)
– Flurplan (wird vom Bauamt ausgehändigt)
– Dämm-und Isolierungsvorschriften (falls vom Bauamt verlangt)
– Angaben zur statischen Berechnung (falls vom Bauamt verlangt)
– Angaben zum Brandschutz (falls vom Bauamt verlangt)
– Angaben zu den Energiesparmaßnahmen (falls vom Bauamt verlangt)

Nachträgliche Baugenehmigung
Falls der Wintergarten bereits realisiert wurde und eine Baugenehmigung fehlt, sollte man einen Bauantrag zur „nachträglichen Legalisierung“ stellen. Dieses Verfahren ist meist schwieriger und zeitraubender. Da wird beim Bauamt genauer hingeschaut ob alles ordnungsgemäß umgesetzt wurde. Man riskiert bei Nichtgenehmigung eine Geldstrafe oder in seltenen Fällen eine Abrissverordnung.

In Einzelfällen ist keine Baugenehmigung nötig
Wenn es sich beim Bau um eine Terrassenüberdachung handelt, könnte die Baumaßnahme als Ausbaumaßnahme gewertet werden. In diesem Fall wäre das Bauvorhaben genehmigungsfrei. Um sicher zu gehen, sollte man trotzdem ein Gespräch mit dem Bauamt führen.
Weiterhin sind Wintergärten im Bundesland Nordrhein-Westfalen seit 2008 grundsätzlich nicht mehr genehmigungspflichtig, was nicht bedeutet dass die Bauvorschriften nicht eingehalten werden müssen.

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